Jooss Magdalena, Totzauer Janina

Almresidency #10

36 Seiten, 21×14,8 cm, Drahtheftung, Auflage 70, Texte in Deutsch und Englisch.
Erschienen zur Ausstellung im Space N.N. 16.05.2026 – 30.05.2026.
Die AlmResidency #10 fand vom 25. Mai bis 5. Juni 2025 statt.
Die Künstler*innen
Fernanda Aloi / Sophie Bergemann / Ivukuvuku / Joachim Perez / Thandi Pinto
Kuratiert von Magdalena Beyrich in Kooperation mit Platform München

Es ist der Moment danach. Die Karte ist gezeichnet. Die Wege sind sichtbar. Und doch bleibt etwas offen.
Zehn Tage in den bayerischen Alpen. Zwei Hütten. Fünf Künstler*innen. Mosambik, Südafrika, Brasilien, die Schweiz, Deutschland.
Die AlmResidency bringt seit zehn Jahren jährlich fünf Kunstschaffende in die bayerischen Voralpen. Diese Gruppe ist der zehnte Jahrgang. Zehn Jahre, in denen Kunst und Natur sich jedes Jahr neu begegnet sind. Die Ochsenhütte liegt im dichten Wald. Kein Empfang. Kein Lärm. Holz, Wasser, Stille. Das Jagaheisl liegt höher, mit weitem Blick ins Tal. Zwei Hütten, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Und doch Teil desselben Alltags. Der Alltag folgt anderen Rhythmen. Gemeinsame Mahlzeiten. Gemeinsame Wege. Sonnenauf- und Sonnenuntergang als geteilte Praxis.
In dieser Zeit entsteht etwas, das sich nicht planen lässt. Nähe, die überrascht. Reibung, die etwas aufdeckt. Fürsorge, die mitunter auch überfordert. Mehrere der Künstler*innen beschreiben die Zeit als heilend. Als Moment, in dem etwas zur Ruhe kommt und sich gleichzeitig etwas öffnet. Die Alm als Ort, der etwas in einem macht. Materialien werden gesammelt, bearbeitet, verändert. Ton aus der Erde. Tierhaut. Textil. Sprache. Gesten wiederholen sich. Rituale entstehen. Handwerk ist hier nicht Technik, sondern Wissen. Ein Wissen, das im Körper sitzt. Das sich überträgt. Das bleibt.
Natur ist dabei kein Hintergrund. Sie ist Gegenüber und gleichberechtigte Mitakteurin. Der Mensch ist eingebettet, nicht allein.
Die Ausstellung trägt diese Erfahrung weiter in den Raum von Space n.n. in der Maxvorstadt, als Teil von Various Others. Ein Weitergehen. Kein Ankommen. Performances, Gespräche und gemeinsame Formate öffnen Situationen, in denen Begegnung möglich wird. Nicht als Programm. Als Einladung.
Was bleibt von den Bergen, wenn wir sie verlassen? Welche Formen von Gemeinschaft nehmen wir mit? Und was verändert sich, wenn wir sie in die Stadt tragen?
after the map was drawn ist ein Versuch, sich zu verorten.
Text von Magdalena Beyrich, Kuratorin

www.almresidency.com

8,00 

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Autor / Herausgeber

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